Geschichte - Kirchbauverein Reichwalde

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Geschichte

Die Kirche

Die Ersterwähnung von Reichwalde war 1364. Die erste Kirche gab es wahrscheinlich 1430.
Im Jahr 1443 haben sich die Söhne des Pfarrers von Reichwalde an Räubereien beteiligt. Demnach muss Reichwalde einen Pfarrer gehabt haben.
Die Siedlungsform von Reichwalde als Platzdorf lässt auf eine deutsche Siedlungsgründung während der zweiten Phase der Ostkolonisation im 13. Jahrhundert schließen.
Urkundlich erstmals erwähnt wird Rychenwald 1364, bereits 1394 ist ein Rittergut nachweisbar, das 1399 der Familie Metzradt gehörte.
Die Reichwalder Kirche war ursprünglich eine Filialkirche der Klittner Pfarrkirche.
Die Ordination eines evangelischen Pfarrers wird 1527 in einer Wittenberger Matrikel genannt.
Der erste bekannte Lehrer und Kirchenchronist unterrichtete seit 1688.
Eine Holzkirche (vermutlich ähnlich der Holzkirche in Sprey, Bild) stand etwa dort wo heute das Denkmal der Gefallenen vom Ersten Weltkrieg steht. Als diese Holzkirche zu klein und baufällig war, wurde am 27. Februar 1747 der Grundstein für eine massiven Dachreiterkirche gelegt, die 1749 eingeweiht werden konnte.
In ihr sind die Nachbarorte Publick und Wunscha eingepfarrt, seit 1825 auch Schadendorf.
Ludwig Reichsgraf von Pückler, Vater des späteren Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, ließ auf seine Kosten 1804 die Kirche und ihren Turm ausbessern.
Da im benachbarten Kirchspiel Daubitz nur noch deutsch gepredigt wurde, wurden 1858 die überwiegend sorbischen Dörfer Altlibel, Mocholz, Nappatsch, Viereichen und Zweibrück nach Reichwalde umgepfarrt. Dort wurde bis 1936 nach dem deutschen noch ein sorbischer Gottesdienst gehalten.
Durch einen Blitzschlag wurde das Kircheninnere 1874 beschädigt. 1917,während des ersten Weltkrieges, musste die Kirche ihre Glocken abliefern. Als Ersatz wurde eine Glocke aus Kreba geliehen.
Im August 1924 konnen drei neue Bronzeglocken geweiht werden.
Während des Zweiten Weltkrieges brannte die Kirche am 19. April 1945 aus. Die Gottesdienste wurden im Saal der Gaststätte (Friedenseiche) gehalten. Dazu schrieb Pfarrer Kress, der durch die Flucht nach Reichwalde gekommen war: "Ich fand eine Gemeinde vor, die mit Begeisterung an den Wiederaufbau der Kirche ging. Schon war das Holz geschlagen und aus dem Wald geholt. Die Gottesdienste wurden von der Gemeinde fleißig besucht.“
In vereinfachter Form wurde die Kirche unter großen Schwierigkeiten 1946/47 in ihrem jetzigen Aussehen errichtet. Am 17.11.1949 war Kirchweih, gepredigt wurde über Jeremia 17,7 „Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.“
Aus Mangel an Baumaterialien konnte sie nicht wieder so aufgebaut werden wie sie ursprünglich war. Durch diesen Umstand ist sie wohl eine der schlichtesten Kirchen in Sachsen. Der Innenausbau aus naturbelassenen Holz gibt ihr einen besondere Charakter. Dank der Opferwilligkeit der Gemeinde konnte 1951 eine Orgel mit 14 Registern und zwei Manualen beschaffen werden. Sie wurde von der Firma Eule in Bautzen hergestellt.
Die Einweihung erfolgte durch Oberkonsistorialrat Fränkel am Sonntag Kantate. Es erklang die Fantasie in G-Dur von J. Sebastian Bach, darauf hin sang die ergriffene Gemeinde: "Allein Gott in der Höh sei Ehr". Der Gottesdienst wurde mit dem Lied: "Nun danket alle Gott." beendet.
In den Folgejahren wurden Innen wie Außen mehrere Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten durchgeführt.
                                                                             Heute sind wieder Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten notwendig.
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